Heiraten im Paradies: Das Handbuch für Hochzeiten im Ausland

Eine Trauung vor tropischer Kulisse? Für viele Liebespaare klingt das nach einem absoluten Traum. Sandstrand, Palmen und Meeresrauschen zaubern direkt romantische Stimmung und ein Hochgefühl. Manchmal sind es weniger die emotionalen Gründe als praktische Überlegungen. Vielleicht stammt einer der beiden Partner aus einem anderen Land, dann kann die Hochzeitslocation auch dorthin verlegt werden. Wer eine Heirat in der Ferne plant, der steht meistens vor vielen Fragezeichen. 

Standesamtliche oder freie Trauung: Das ist im Ausland möglich

Prinzipiell können Paare sich sowohl rechtskräftig trauen lassen als auch einen freien Segen empfangen – das gilt zumindest für einen Großteil der Länder. Unkomplizierter ist eine freie Trauung, weil sie keine rechtlichen Konsequenzen herbeiführt. Bei dieser Variante heiraten die Paare standesamtlich in ihrem Heimatland und lassen sich dann in paradiesischer Kulisse von einem Religionsvertreter, Schamanen oder anderen Zuständigen segnen. Am weißen Puderzuckerstrand findet nicht nur die Zeremonie statt, von hier aus starten die Eheleute auch unmittelbar mit den Flitterwochen. 

Obwohl es bei freien Trauungen kaum bürokratische Hürden gibt, sind dennoch einige Vorbereitungsmaßnahmen zu treffen:

  • Locationwahl
  • Engagement von Weddingplanern oder entsprechenden Heiratsagenturen im Zielgebiet

Natürlich ist es auch möglich, eine freie Hochzeit ohne professionelle Unterstützung zu organisieren. Je weiter entfernt das Ziel für die Trauung liegt, desto weniger empfehlenswert ist diese Option. Wenn man den gewünschten Trauungsort und seine Gepflogenheiten nicht bis ins Detail kennt, sollte man das Arrangement in erfahrene Hände übergeben. Passende Ansprechpartner findet man wahlweise über eine Internet-Recherche oder auch direkt über große Hotelketten vor Ort. 

Soll die standesamtliche Trauung im Ausland vollzogen werden, ist eine sorgfältige Vorbereitung besonders wichtig. Hier ist es fast unumgänglich, mit einer örtlichen Agentur zusammenzuarbeiten. Damit die Eheschließung tatsächlich gültig ist, müssen die regionalen Voraussetzungen eingehalten werden. Welche Vorschriften gelten, erfahren Heiratswillige beim Auswärtigen Amt sowie den Vertretungen des jeweiligen Hochzeitsziels. Aufgepasst bei den Malediven, hier werden ausschließlich freie Trauungen angeboten. 

Je bunter die Konstellation der Verlobten ist, desto größer die Herausforderung für eine standesamtliche Hochzeit im Ausland. Besitzen beide Partner unterschiedliche Staatsangehörigkeiten, bestand bereits eine Vorehe oder sind die zukünftigen Eheleute im Vorfeld verwitwet, dann sind normalerweise zusätzliche Hürden zu nehmen. Dennoch ist es selbstverständlich möglich, im Ausland zu heiraten, auch wenn der damit einhergehende Dokumenten-Dschungel aufwendiger wird. 

Rechtliche Herausforderung: Anerkennung der Hochzeit in Deutschland

Die Anerkennung in Deutschland spielt nur dann eine Rolle, wenn die Paare im Ausland eine standesamtliche Trauung vollzogen haben. Grundsätzlich gilt, dass alle rechtskräftigen Ehen überall auf der Welt Gültigkeit besitzen. Überspitzt gesagt – selbst wer eine Stammeshochzeit im Amazonas nach allen Regeln vollzieht, gilt danach in Deutschland als verheiratet. Das bedeutet aber immer noch nicht, dass alleine durch die rechtskräftige Hochzeit im Ausland alle entsprechenden Privilegien im Inland verliehen werden. 

In den meisten Ländern sind Dolmetscher vorgeschrieben, wenn die Brautleute der Landessprache oder der Sprache des Trauenden nicht mächtig sind. In Neuseeland müssen sogar Übersetzer anwesend sein, wenn die Trauzeugen nicht die entsprechende Sprache sprechen. Die notwendigen Trauzeugen werden oftmals vom Hotelpersonal oder der Agentur gestellt, falls das Brautpaar alleine anreist. Dann entfallen auch die Verständigungsschwierigkeiten mit dem Standesbeamten.

Damit Ehepartner in eine andere Steuerklasse wechseln und anderen Vergünstigungen erhalten können, muss die Heirat in Deutschland eingetragen werden. Dafür reicht ein Besuch beim zuständigen Standesamt aus. Dort wird dann eine entsprechende Urkunde ausgestellt. Welche Dokumente dafür notwendig ist, erfragt man am besten im Vorfeld bei den Behörden. Deutsche Staatsangehörige, die keinen Wohnsitz mehr in der Bundesrepublik haben, können sich zur Registrierung der Ehe an das Standesamt I in Berlin wenden. Hier die Kontaktdaten:

Standesamt I in Berlin, Rückerstraße 9, 10119 Berlin
Tel: + 49 (0)30 90 207-0
Fax: + 49 (0)30 90 207-245

Papierkram: Diese Dokumente braucht man für die Heirat im Ausland

Die exakten Vorschriften weichen von Land zu Land ab. Normalerweise werden aber folgende Unterlagen benötigt:

  • Reisepass oder Personalausweis (mindestens noch 6 Monate Gültigkeit) inklusive Kopien der ersten zwei bis vier Seiten sowie mehrerer zusätzlicher Passfotos 
  • Abstammungsurkunde (Geburtsurkunde) teilweise mit Apostille sowie beglaubigter Übersetzung, maximal drei Monate alt
  • Internationales Ehefähigkeitszeugnis, evtl. sogar Bescheinigung des deutschen Konsulats und beglaubigter Übersetzung in der Landessprache
  • Aktuelles Gesundheitszeugnis einer staatlichen Klinik 
  • Ledigkeitsbescheinigung oder Meldebescheinigung mit dem Vermerk “ledig” oder “geschieden”
  • Ehevertrag (meist in islamischen Staaten)
  • Evtl. notariell beglaubigte Zustimmung der Eltern, wenn ein Partner nicht volljährig ist (teilweise wird Volljährigkeit erst mit 21 Jahren erreicht)
  • Touristenkarte / Visum
  • Nachweis des Wohnsitzens 
  • Evtl. Scheidungs- bzw. Sterbeurkunde ehemaliger Ehepartner
  • Manche Länder schreiben Trauzeugen vor
  • Nachweis über Taufe und Kommunion bei kirchlicher Trauung
  • Unterkunftsnachweis (z. B. auf Trinidad und Tobago)
  • Flugtickets für Ein- und Ausreise 
  • Ggf. Scheidungsurkunde oder Sterbeurkunde des Expartners bei Vorehen

Alle deutschsprachigen Unterlagen müssen normalerweise von einem amtlichen Übersetzer in die Landessprache übertragen und beglaubigt werden. Dabei sind häufig Fristen vorgeschrieben, wie alt die Beglaubigungen sein dürfen. 

Wichtig ist auch, auf den notwendigen Mindestaufenthalt zu achten. Einige Länder legen fesst, dass Brautleute eine bestimmte Anzahl an Tagen in der Destination verbringen müssen. Nur so kann gewährleistet werden, dass alle Dokumente bearbeitet und bereitgestellt werden. In Trinidad und Tobago beträgt der Mindestaufenthalt drei Tage, auf Mauritius vier Tage und im Senegal sowie in Kenia 15 Tage. Auf Bali gibt es zwar keine Vorschriften diesbezüglich, allerdings wird eine Reisedauer von Minimum zehn Tagen empfohlen. 

Kostenfaktor: Die Preise für Auslandshochzeiten

Der Grundpreis von Trauungen im Ausland beläuft sich auf 500 bis 1.500 Euro – abhängig vom Zielgebiet. Nach oben hin sind die Preise allerdings offen. Es werden oft auch komplette Hochzeitspakete angeboten, die rund 4.000 Euro kosten. Darin ist vom Redner, über Stylisten, Dekoration und Torte bis hin zur Unterstützung bei Behördengängen alles enthalten. 

Zusätzlich müssen Paare die Preise für Flüge, Hotelübernachtungen, Beglaubigungen, Übersetzungen, Outfit und die Hochzeitsgäste rechnen. Gerade beim Brautkleid besteht die Überlegung, ein Modell in Deutschland zu kaufen und einzuführen oder es direkt im Ausland zu erwerben. Wer die Traumrobe im Urlaubsparadies kauft, sollte unbedingt daran denken, es bei der Rückreise beim deutschen Zoll zu deklarieren. Nimmt man sein Hochzeitsoutfit mit auf die Reise, kann vorab bei der Fluggesellschaft anfragen, ob man es in einem Kleidersack im Handgepäck befördern darf. Einige Airlines sind in der Lage, die Robe an Bord in einen Schrank zu hängen. Funktioniert diese Lösung nicht, ist der Brautmodeverkäufer sicherlich gerne dabei behilflich, das Kleid sorgfältig in einem Handgepäckstück zu verstauen. 

Auslands-Heirat: Mit oder ohne Gäste?

Es gibt Paare, die Feiern mit Familie und Freunden an karibischen Stränden oder im Berg-Chalet, andere wollen lieber die traute Zweisamkeit alleine genießen. Beide Modelle sind legitim und akzeptiert. 

Bei manchen Verlobten spielt der Faktor Geld eine große Rolle. Sie wollen zwar im Ausland heiraten, können es sich aber nicht leisten, Trauzeugen, Eltern und Geschwister dazu einzuladen. In solchen Fällen muss nicht auf die Gesellschaft der Liebsten verzichtet werden. Am besten spricht man die Wünsche und Vorstellungen konkret mit dem Umfeld ab. Es ist nicht die Verpflichtung der zukünftigen Eheleute, für alle Familienmitglieder die Tickets und Unterkünfte zu stellen. Oftmals ist es den Brauteltern und engen Freunden wichtig, an dem wichtigen Tag anwesend zu sein. Deshalb wird Anreise und Übernachtung gerne aus eigener Tasche getragen. 

Wer sein engstes Umfeld auf dem Trip ins Liebesglück mit an Bord haben möchte, für den empfehlen die Experten von karten-paradies.de den frühzeitigen Versand von Save-the-Date Karten rund 10 bis 12 Monate vor der Trauung. Nur, wenn die potenziellen Gäste rechtzeitig das Hochzeitsdatum kennen, können Sie Urlaub einreichen und Tickets buchen. Gerade bei Langstreckenflügen gibt es häufig günstigere Angebote, bei frühzeitiger Reservierung. Fliegt tatsächlich eine größere Personenzahl gemeinsam, lohnt die Anfrage nach Gruppentarifen. Diese offerieren die meisten Airlines bereits ab zehn Personen. Auch beim Hotel ist eine Rabattanfrage sinnvoll. So kommen Hochzeitspaare und ihre Gäste oftmals in den Genuss einer satten Ermäßigung. 

Top-Ziele: Hier heiraten abenteuerlustige Deutsche am liebsten

Rund um den Globus mauserten sich einige Destinationen zu besonders beliebten Hochzeitszielen. Hier eine kleine Auswahl:

  • Südafrika: Strände, Safaris und Sehenswürdigkeiten erwarten Verlobte in Südafrika. Malerische Weingüter eignen sich genauso gut als Hochzeitslocation wie das pulsierende Kapstadt oder ein Luxusresort am Ozean. 
  • USA: Viva Las Vegas – die berühmtesten Hochzeitskapellen stehen vermutlich hier. In den USA gibt es aber jede Menge anderer genialer Plätze, um sich das Ja-Wort zu geben. Wie wäre es mit einer Helikopter-Trauung über dem Grand Canyon oder einer Heirat auf der Aussichtsplattform des Rockefeller Centers in New York?
  • Italien: Spätestens seit Bastian Schweinsteiger und Ana Ivanovic sich in Venedig trauten, zählt Italien zu einem der beliebtesten Ziele für heiratswillige Deutsche. 
  • Mexiko: Von der Luxushochzeit am privaten Hotelstrand bis zur Unterwassertrauung bietet Mexiko eine große Spannbreite von Möglichkeiten sich zu vermählen. 
  • Fidschi: 300 paradiesische Inseln mit feinstem Sandstrand laden Verliebte ein. Hochzeiten von Schwulen und Lesben sind dort bisher nicht erlaubt. 
  • Neuseeland: Landschaftlich abwechslungsreich und unglaublich reizvoll ist Neuseeland sowohl für Sommer- als auch Winterhochzeiten bestens geeignet. Gleichgeschlechtliche Paare können sich hier das Ja-Wort geben. 
  • Griechenland: Hier bietet die Insel Santorin eine besonders spektakuläre Kulisse. Aber auch die meisten anderen Eilande eignen sich für eine waschechte griechische Hochzeit. 
  • Island: Winterfans aufgepasst! Wer es lieber kühler mag, der sollte über Island als Hochzeitslocation nachdenken. Hier ist es sogar möglich, sich nach alten, heidnischen Bräuchen ehelichen zu lassen. 
  • Karibik, Malediven, Mauritius, Seychellen: Strandliebhaber kommen bei allen genannten Zielen voll auf ihre Kosten. Wer auf das Budget achten muss, finden in der Dominikanischen Republik oftmals günstige Angebote für Hochzeitshotels. 
  • Bali: Die Insel der Götter mit zahlreichen Tempeln, Traumstränden und malerischen Reisterrassen gilt seit Jahrzehnten als Hochzeitsparadies. 
  • Dänemark: Das Land offeriert die wahrscheinlich unbürokratischsten Hochzeiten in Europa. Wer also schnell und unkompliziert heiraten will, der fährt in das nördliche Nachbarland. 

Egal, für welche Hochzeitsdestination sich Paare entscheiden, eine Heirat im Ausland ist auf jeden Fall ein unvergessliches Erlebnis.