Eine mittelgroße Hochzeit in Deutschland kostet zwischen 12.000 und 25.000 Euro. Ein erheblicher Teil davon ist Monate vorher angezahlt: Location, Catering, Fotograf, Band. Wenn die Feier ausfällt, ist dieses Geld in vielen Fällen weg, denn Stornofristen von Dienstleistern enden oft schon zwölf Wochen vor dem Termin. Genau an dieser Stelle setzt die Hochzeitsversicherung an, deren Leistungsumfang bei Anbietern wie Versicherungsriese im Detail nachzulesen ist.
Ob sich der Schutz lohnt, hängt an drei Fragen: Was deckt er ab, was kostet er, und wie hoch ist Ihr eigenes Risiko.
Welche Risiken abgedeckt sind
Die Hochzeitsversicherung ist im Kern eine Ausfall- und Stornoversicherung. Sie ersetzt Kosten, die entstehen, wenn die Feier abgesagt oder verschoben werden muss.
Versichert sind in der Regel:
- Krankheit oder Unfall des Brautpaars, naher Angehöriger oder mitwirkender Personen wie des Trauredners
- Tod im engsten Familienkreis
- Ausfall der Location durch Feuer, Wasserschaden oder Naturereignis
- Verhinderte Anreise, etwa durch Unwetter oder gesperrte Verkehrswege
- Ausfall zentraler Dienstleister, wenn kein Ersatz zu beschaffen ist
- Schäden an Kleidung, Ringen oder Geschenken, je nach Tarif
Viele Tarife enthalten zusätzlich eine Veranstalterhaftpflicht. Sie greift, wenn ein Gast beim Feiern etwas beschädigt oder sich verletzt, und ist in der Praxis der Baustein, der am häufigsten in Anspruch genommen wird.
Was nie versichert ist: kalte Füße. Trennung, Streit oder ein Sinneswandel des Paares sind ausgeschlossen, ebenso das schlichte Absagen ohne Grund. Auch schlechtes Wetter allein reicht nicht, es muss die Nutzung der Location tatsächlich verhindern.
Was die Versicherung kostet
Der Beitrag richtet sich nach der Versicherungssumme, also nach dem Gesamtbudget der Hochzeit. Als Faustregel gelten rund zwei Prozent davon.
| Versicherungssumme | Beitrag ungefähr | Sinnvoll bei |
|---|---|---|
| 5.000 € | 100 € | kleine Feier im Familienkreis |
| 10.000 € | 200 € | Standesamt plus Feier mit 40 Gästen |
| 15.000 € | 300 € | mittlere Hochzeit mit Location |
| 25.000 € | 500 € | größere Feier mit vielen Dienstleistern |
| 40.000 € | 800 € | Hochzeit über mehrere Tage oder im Ausland |
Der Beitrag ist einmalig und wird bei Abschluss fällig, nicht monatlich.
Achten Sie beim Vergleich auf die Selbstbeteiligung. Üblich sind 250 bis 500 Euro pro Schadenfall, bei manchen Tarifen auch 10 Prozent der Schadensumme. Bei einem Totalausfall spielt das kaum eine Rolle, bei kleineren Schäden dagegen sehr wohl.
Wichtig ist außerdem der Abschlusszeitpunkt. Die meisten Anbieter verlangen, dass der Vertrag mindestens 30 Tage vor dem Termin geschlossen wird, einige akzeptieren bis zu 14 Tage vorher. Wer erst bucht, wenn sich ein Problem abzeichnet, bekommt keinen Schutz.
Wann sich der Schutz lohnt
Die Versicherung rechnet sich nicht für jedes Paar. Diese fünf Konstellationen sprechen deutlich dafür:
- Hohe Anzahlungen mit strengen Stornofristen. Wenn Location und Catering zusammen mehr als die Hälfte des Budgets ausmachen und ab drei Monaten vorher nicht mehr erstattet werden.
- Feier im Freien oder in einem Zelt. Wetterabhängige Locations haben ein deutlich höheres Ausfallrisiko.
- Viele Dienstleister. Je mehr Beteiligte, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass einer ausfällt.
- Angehörige mit gesundheitlicher Vorbelastung. Wenn absehbar ist, dass ein enger Angehöriger kurzfristig ausfallen könnte.
- Hochzeit im Ausland. Anreise, Rechtslage und Ersatzbeschaffung sind komplizierter, die Kosten höher.
Dagegen spricht ein kleines Budget mit flexiblen Dienstleistern. Wer im Familienkreis feiert, den Raum von Verwandten bekommt und selbst kocht, hat schlicht kein Ausfallrisiko, das eine Police rechtfertigt.
Eine Zwischenrechnung hilft bei der Entscheidung. Addieren Sie alle Beträge, die Sie bei einer Absage vier Wochen vor dem Termin verlieren würden. Liegt diese Summe über 8.000 Euro, ist der Beitrag von 150 bis 300 Euro gut angelegt.
Ob eine Hochzeitsversicherung sinnvoll ist, entscheidet sich also am möglichen finanziellen Verlust, nicht am Gefühl. Was die Hochzeitsversicherung kostet, ist im Verhältnis dazu überschaubar: Bei einem Budget von 15.000 Euro sind rund 300 Euro fällig, und dafür sind Anzahlungen und Stornokosten abgesichert. Wer den Betrag ins Verhältnis zu den Ausgaben für Blumen oder Musik setzt, sieht die Größenordnung.
Worauf im Kleingedruckten zu achten ist
Die Tarife unterscheiden sich stärker, als die Werbetexte vermuten lassen. Diese sechs Punkte entscheiden über die Qualität:
Definition der versicherten Personen. Manche Tarife decken nur das Brautpaar und Eltern ab, andere den erweiterten Familienkreis und Trauzeugen.
Verschiebung statt Absage. Gute Tarife übernehmen auch die Mehrkosten einer Verlegung, nicht nur die Stornokosten einer Absage.
Nachweispflichten. Bei Krankheit wird ein ärztliches Attest verlangt, oft von einem unabhängigen Arzt.
Vorerkrankungen. Bekannte Erkrankungen sind in der Regel ausgeschlossen, wenn sie bei Abschluss bereits diagnostiziert waren.
Höhe der Veranstalterhaftpflicht. Fünf Millionen Euro Deckungssumme sollten es sein, alles darunter ist knapp.
Geltungsbereich. Bei einer Hochzeit im Ausland muss das Land ausdrücklich eingeschlossen sein.
Punkt zwei ist in der Praxis der wichtigste. Eine Absage ist selten, eine Verschiebung dagegen kommt regelmäßig vor, und die dabei entstehenden Doppelkosten übernehmen längst nicht alle Anbieter.
Was Paare stattdessen oder zusätzlich tun können
Nicht jedes Risiko braucht eine Police. Drei Maßnahmen wirken ähnlich und kosten nichts:
- Verträge mit gestaffelten Stornofristen verhandeln. Viele Dienstleister lassen mit sich reden, wenn man vor der Unterschrift danach fragt.
- Anzahlungen begrenzen. 20 bis 30 Prozent sind üblich, 60 Prozent sind es nicht.
- Einen Ausweichtermin mitreservieren, wo das möglich ist, etwa bei Standesämtern mit freien Kapazitäten.
Prüfen Sie außerdem, was bestehende Verträge bereits abdecken. Die Privathaftpflicht des Brautpaars greift bei manchen Schäden, eine bestehende Reiserücktrittsversicherung bei der Hochzeitsreise, und die Hausratversicherung deckt gestohlene Geschenke unter bestimmten Bedingungen ab.
Wie viele Paare in Deutschland jährlich heiraten und wie sich die Zahlen entwickeln, weist das Statistische Bundesamt aus.
Bevor Sie über die Absicherung nachdenken, sollte das Budget stehen. Eine realistische Übersicht liefert der Rechner für die Kosten einer Hochzeit, und weil der Fotograf zu den Posten mit den strengsten Stornofristen gehört, lohnt vorab der Blick auf die Kosten für den Hochzeitsfotografen.

