Zwar wird die klassische Hochzeitsrede vom Brautvater gehalten, jedoch ist es nicht unüblich wenn auch der Vater des Bräutigams eine Rede hält. Die Hochzeitsgäste werden diese Rede sicherlich mit Spannung erwarten, denn der Bräutigam-Vater kennt sicherlich einige amüsante Anekdoten aus der Kindheit und Jugend seines Sohnes, die er der Hochzeitsgesellschaft nicht vorenthalten will. In seiner Rede sollte der Vater des Bräutigams seine Schwiegertochter in der Familie willkommen heißen und seinen Stolz zum Ausdruck bringen.




Beispiel 1: Hochzeitsrede vom Vater des Bräutigam

Bräutigamvater: „Mein liebes Brautpaar, liebe Angehörige, liebe Freunde, liebe Gäste bei dieser großartigen Hochzeitsfeier!

Ich kann mich noch an den Tag erinnern, als mein kleiner Sohn aufgeregt, mit hochroten Wangen und der Schultüte unterm Arm zu seiner Einschulung marschierte. Heute war ich es, der aufgeregt war, weil der kleine ABC-Schütze von damals vor den Altar getreten ist, um diese bezaubernde junge Frau zu heiraten. Ein Moment, der mich sehr bewegt und mit großem Stolz erfüllt hat.

Hätte ich die ganzen Jahre über gewusst, dass das alles einmal so romantisch und harmonisch vor dem Traualtar enden würde, wären mir wohl ein paar graue Haare weniger gewachsen. Die grauen Haare, die entstanden, als du, mein lieber BRÄUTIGAM, die Schule abbrechen wolltest, um eine Surfschule in Südamerika zu eröffnen oder auch schon ein paar Jahre früher, als du dich heimlich dem jährlich hier gastierenden Wanderzirkus anschließen wolltest (BEISPIELE VON LUSTIGEN BEGEBENHEITEN AUS DER KINDHEIT DES BRÄUTIGAMS). Von den Freuden, die Eltern unter dem Stichwort Pubertät erleben müssen, einmal ganz abgesehen. Über diese Erfahrungen wollen deine Mutter und ich an dieser Stelle gerne den Mantel des Schweigens breiten, dennoch sollst du wissen, dass wir sehr froh sind, dass die junge Dame, der du heute das Eheversprechen gegeben hast, BRAUT heißt … und nicht Lady Gaga (ALTERNATIV: ANDERE SCHWÄRMEREIEN).

Wir sind dankbar, dass wir einen unglaublich tollen Sohn wie dich haben und nun noch eine absolut liebenswerte Schwiegertochter hinzugewinnen durften. Ihr sollt wissen, dass wir an eurer Seite sind, wann immer ihr Unterstützung braucht. Liebe Gäste: Lasst uns die Gläser erheben – auf das Brautpaar und auf die Liebe!“

Glückshufeisen zur Hochzeit

Eine weitere Hochzeitsrede vom Vater des Bräutigam

Bräutigamvater: „Zu aller erst möchte ich mich von Herzen bei unseren Gästen bedanken, die von Nah und Fern hergereist sind, um diesen glücklichen Tag mit unserem lieben Brautpaar zu teilen.
Lieber Sohn, liebe Schwiegertochter, wie viele der hier versammelten möchte auch ich meine Freude an diesem Tag zum Ausdruck bringen, indem ich jetzt und hier ein bisschen von meinem Sohn und seiner reizenden Braut erzähle.“

Vater des Bräutigams atmet aus, schaut ins Publikum, dann zum Brautpaar. Ein etwas verlorener Gesichtsausdruck könnte ein Lachen beim Publikum erzeugen und die Stimmung sowie Erwartung auf das Folgende erhöhen

Bräutigamvater: „Nun, es fällt mir jetzt doch etwas schwer hier vor euch allen zu sprechen, die berühmte Nervosität macht auch vor mir nicht halt, da hilft auch die Lebenserfahrung nichts. Es ist ja auch ein so besonderer Tag für uns, da sollte man seine Worte mit bedacht wählen.“

Der Vater des Bräutigams sollte jetzt den Hauptteil gestalten. Dazu gehört trotz allem Ernst, eine etwas blumige Sprache. Gefühl ist hier sehr wichtig, denn es soll die Brautleute berühren, damit sie immer an diesen Tag zurückdenken können. Folgendes muss der Hauptteil enthalten: Glückwünsche, Einblick in die gemeinsame Zukunft des Brautpaares, eigene Gefühle und Lebenserfahrung. Jedoch nichts Belehrendes, eher etwas Lockeres, wenn möglich auch mit Witz untermalt.

Bräutigamvater:„Ich wünsche euch beiden zu eurer Hochzeit von Herzen alles Gute und alles Glück dieser Welt. Geht euren Weg in die Zukunft gemeinsam, haltet zueinander, achtet den anderen und lasst nichts zwischen euch kommen.
Als Vater eines Sohnes weiß ich, dass das Leben manchmal sehr schwierig und kompliziert sein kann. An dieser Stelle möchte ich mich bei der Braut dafür entschuldigen, dass ich ihr einen so unordentlichen Ehemann herangezogen habe.“

Nachdem der Vater des Bräutigams nun einen Witz auf Kosten seines Sohnes gemacht hat, sollte er sich dem Bräutigam lächelnd zuwenden und dem Publikum etwas Zeit geben. Der Witz dient dazu, die gefühlvolle Stimmung etwas zu heben, damit auch der freudige Part der Hochzeit zur Geltung kommt.

Bräutigamvater:„Eine Ehe ist eine Mischung von Schatten und Licht. Beides wird euch begegnen.
Ihr beiden werdet Hindernissen trotzen müssen und vielleicht auch an dem anderen und euch selbst zweifeln. Aber wenn ihr zusammenhaltet und an diesen Tag und euer Versprechen, euch zu lieben zurückdenkt, dann werdet ihr auch diese schwierigen Proben erfolgreich meistern und als stärkere Menschen hervorgehen.
Und daran denkt immer: Eure Liebe und euer Verständnis füreinander sind nicht selbstverständlich. Betrachtet dieses als Geschenk des anderen an euch. Es ist wertvoller als alles andere und ihr werdet dafür dankbar sein, wenn ihr in euch hineinhört.“

Jetzt folgt der zweite Teil des Hauptteils, in welchem der Vater des Bräutigams sich selbst und die Mutter des Bräutigams einbeziehen kann. Auch die Braut sollte angesprochen werden.

Bräutigamvater:„Lieber Sohn, Ich und deine Mutter sind sehr froh und erleichtert, dich dieser wundervollen Frau anzuvertrauen. Bei ihr, so sind wir sicher wirst du Geborgenheit und Sicherheit finden. Wir geben einen Sohn nach langer Erziehung und vielen Jahren voller Sorge und Freude, gleichermaßen weg und bekommen dafür eine (neue) Tochter.
Uns ist klar, dass du, Elisabeth die einzig richtige Braut für unseren Sohn sein kannst. Wir haben dich in unser Herz geschlossen und hoffen, dass du uns vergibst, wenn wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht die perfekten Schwiegereltern sind. Diese Rolle müssen wir noch üben, aber dafür werden wir nach der Hochzeit auch ein Leben lang Zeit haben. Bitte habe also Geduld mit uns beiden.“

Schließlich sollte der Vater des Bräutigams zu einem Ende kommen, da selbst bei einer Hochzeit die Aufmerksamkeit des Publikums nachlässt.

Bräutigamvater:„Ich habe lange überlegt, was ich euch beiden nun an Ratschlägen für eure Zukunft mitgeben sollte, aber ich denke, wir alle sollten euch so in eure gemeinsame Zukunft entlassen wie ihr seid. Wir haben Vertrauen in euch beide und sicherlich werdet ihr auch ohne Ratschlag wissen, was zu tun ist.
Wenn ihr aber jemals Rat oder Hilfe braucht, wisst ihr, wo ihr uns finden könnt. Scheut euch nicht danach zu fragen.
Unsere Tür ist immer für euch geöffnet. Wir werden immer für euch da sein und euch unterstützen.

Ich wünsche euch eine wunderschöne und unvergessliche Hochzeit und alles Gute für eure gemeinsame Zukunft.“

Ein weiteres Beispiel:

Ein weiteres Beispiel für eine Hochzeitsrede, die vom Vater des Bräutigams gehalten wird. Am Ende der Rede wird ein kurzes Gedicht eingebunden. Der Redner baut am Anfang seiner Rede ein kurzes Zitat ein.

Bräutigamvater: „Aus ganzem Herzen freue ich mich, dass sich XXX und XXX gefunden haben und wir heute ihr Hochzeitsfest feiern dürfen. Ich bin kein Freund von großen Worten – es gibt ein Zitat, das ich allerdings unbedingt hier und heute nennen möchte. Marie von Ebner Eschenbach hat gesagt: „Soweit die Erde Himmel sein kann, soweit ist sie es in einer glücklichen Ehe.“

Ganz aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass eine zuverlässige Partnerschaft wohl das Beste ist, was zwei Menschen in ihrem Leben widerfahren kann. Glück verdoppelt sich in einer Beziehung und Leid kann geteilt werden – etwas Schöneres kann zwei Menschen nicht widerfahren. Ich wünsche euch genau solch eine himmlische Ehe.

Liebe XXX, du hast einen wundervollen Mann gefunden, ich kann dies beurteilen, denn ich habe ihn 18 Jahre groß gezogen und kenne ihn seit XX Jahren. Es kommen viele Erinnerungen hoch, wenn ich an die glückliche Zeit denke, die ich mit ihm verbringen durfte. Viele Höhen und Tiefen, Liebesgeschichten sowie kleine und große Erfolge erlebte ich mit deinem jung vermählten Ehemann. Ich bin überglücklich, dass er eine solch wunderbare Frau gefunden hast. Du machst ihn glücklich, ich weiß das, weil ich ihn kenne.

Auf eurem gemeinsamen Weg sollt ihr viele glückliche Stunden erleben. Genießt die Sonnenseiten, lacht gemeinsam, seht positiv in die Zukunft und haltet zueinander. Es gibt viele Wege, nicht alle Möglichkeiten sind richtig oder falsch – entscheidet euch gemeinsam für einen guten. Tut das, was euch glücklich macht!

Mehr möchte ich euch an guten Ratschlägen gar nicht mit auf den Weg gehen. Denn vor uns stehen zwei erwachsene Menschen, die sich entschlossen haben, gemeinsam einen neuen Lebensabschnitt zu gehen. Wünscht ihnen mit mir, meine lieben Hochzeitsgäste, alles Glück dieser Erde.

Ich habe meine Rede mit einem Zitat begonnen, möchte diese nun mit einem wunderschönen Gedicht aus England beenden. Es passt meiner Meinung nach perfekt zu zwei Liebenden – genießt einfach ein bisschen die Worte und hört zwischen den Zeilen:

„Ich möchte dich lieben, ohne dich einzuengen;

dich wertschätzen, ohne dich zu bewerten;

dich ernst nehmen, ohne dich auf etwas festzulegen;

zu dir kommen, ohne mich dir aufzudrängen;

dich einladen, ohne Forderungen an dich zu stellen;

dir etwas schenken, ohne Erwartungen daran zu knüpfen;

von dir Abschied nehmen, ohne Wesentliches versäumt zu haben;

dir meine Gefühle mitteilen, ohne dich für sie verantwortlich zu machen;

dich informieren, ohne dich zu belehren;

dir helfen, ohne dich zu beleidigen;

mich um dich kümmern, ohne dich ändern zu wollen;

mich an dir freuen, so wie du bist.

Wenn ich von dir das Gleiche bekommen kann, dann können wir uns wirklich begegnen und uns gegenseitig bereichern.“

Ich trinke auf euer Wohl – erhebt das Glas meine verehrten Gäste und lasst uns auf die Liebe trinken!